Ist das Autofahren nach der Augenlaser Voruntersuchung möglich?

Autor: Dr. Victor Derhartunian 23 Juli 2021

Stellen Sie sich vor, Sie haben endlich Ihren Termin für die Augenlaser-Voruntersuchung in Zürich. Sie sind voller Vorfreude auf ein Leben ohne Brille, parken Ihr Auto direkt vor der Klinik und freuen sich auf den Check-up. Doch nach dem Termin treten Sie vor die Tür, und plötzlich ist alles anders: Die Sonne blendet fast schmerzhaft, und das Display Ihres Handys ist nur noch ein bunter Matsch. Haben Sie sich in diesem Moment schon einmal gefragt, wie Sie jetzt eigentlich sicher nach Hause kommen sollen?

Was erfahren Sie in diesem Text?

  • Darf ich nach dem Termin direkt wieder losfahren?Nein, Sie müssen das Auto für einige Stunden unbedingt stehen lassen.
  • Warum ist meine Sicht nach der Untersuchung so seltsam?Wir vergrößern Ihre Pupillen mit speziellen Tropfen, wodurch Ihr Auge das Licht nicht mehr richtig bündeln kann.
  • Wie lange muss ich warten, bis ich wieder fit für den Verkehr bin?Rechnen Sie damit, dass die Wirkung der Tropfen erst nach mehreren Stunden komplett nachlässt.
  • Was genau passiert bei dieser Pupillenerweiterung im Auge?Durch die weiten Pupillen flutet das Licht ungehindert in Ihr Auge, was zu extremer Blendung und Unschärfe führt.
  • Welche Transportmittel empfiehlt der Experte für den Rückweg?Dr. Victor Derhartunian rät Ihnen dringend, auf das Tram, den Zug oder ein Taxi umzusteigen.

Darf ich nach der Voruntersuchung selbst Auto fahren?

Die Antwort ist ein glasklares Nein. Auch wenn Sie sich nach dem Termin topfit fühlen und Ihre Beine Sie sicher tragen – Ihre Augen spielen in einer ganz anderen Liga.

Die klare Empfehlung von Dr. Victor Derhartunian: Verzicht auf das Fahrzeug

In unserer Klinik hat Ihre Sicherheit oberste Priorität, und das hört nicht an der Praxistür auf. Dr. Victor Derhartunian warnt eindringlich davor, sich nach dem Check-up selbst hinters Steuer zu setzen: «Nach dieser Untersuchung wird die Sicht verschwommen, und während dieser Zeit sollten Sie kein Fahrzeug lenken.» Das Verbot gilt übrigens für alles, was Räder hat – egal ob Auto, Motorrad oder das schnelle E-Bike. Wer es trotzdem versucht, riskiert nicht nur Unfälle, sondern setzt auch seinen Versicherungsschutz aufs Spiel. Und mal ehrlich: Wer möchte schon im Blindflug durch den Zürcher Stadtverkehr navigieren?

Der medizinische Hintergrund: Warum die Sicht beeinträchtigt ist

Warum fühlen Sie sich nach ein paar simplen Tropfen eigentlich so, als hätten Sie durch Milchglas geschaut? Der Grund ist eine kleine, aber notwendige Manipulation Ihres Sehsystems.

Die Pupillenerweiterung: Notwendigkeit für eine genaue Untersuchung

Damit wir entscheiden können, ob wir Ihre Augen lasern können, müssen wir sie „genauestens untersuchen“. Wir wollen wissen, was in der hintersten Ecke Ihres Auges passiert. Normalerweise zieht sich Ihre Pupille bei hellem Licht sofort zusammen – wie eine Blende bei einer Kamera –, um das Auge zu schützen.

Das ist toll für den Alltag, aber schlecht für uns Ärzte, weil wir dann nichts sehen. Deshalb nutzen wir Tropfen, die Ihre Pupillen künstlich weit stellen (Mydriasis). Nur so haben wir freien Blick auf die Netzhaut und können sicherstellen, dass Ihr Auge gesund ist.

Die Folgen der Tropfen: Verschwommene Sicht und Lichtempfindlichkeit

Diese Tropfen haben zwei Effekte, die Sie sofort merken:

  1. Das Licht flutet herein: Da die Pupille sich nicht mehr schließen kann, werden Sie extrem lichtempfindlich. Selbst ein bewölkter Himmel kann sich dann anfühlen, als würden Sie direkt in einen Scheinwerfer schauen.
  2. Die Nahsicht streikt: Die Tropfen entspannen vorübergehend auch den Muskel, der für das Scharfstellen zuständig ist. Das Ergebnis? Das Navi im Auto oder die WhatsApp-Nachricht auf dem Handy bleiben einfach unscharf.

Dauer der Beeinträchtigung

Geduld ist nach der Voruntersuchung Ihr bester Begleiter. Aber wie lange müssen Sie eigentlich warten?

Wie viele Stunden Sie das Auto stehen lassen sollten

Jeder Körper baut die Wirkstoffe der Tropfen unterschiedlich schnell ab. Dr. Derhartunian spricht von „mehreren Stunden“. Im Durchschnitt können Sie davon ausgehen, dass die Welt nach zwei bis vier Stunden wieder normal aussieht. Manche Patienten merken jedoch bis zum Abend eine leichte Lichtempfindlichkeit. Planen Sie Ihren Tag also am besten so, dass Sie nach dem Termin keine wichtigen Dokumente lesen oder Maschinen bedienen müssen.

Expertenmeinung von Dr. Victor Derhartunian:

«Unterschätzen Sie diese Tropfen bitte nicht. Viele denken: ‚Ach, die zwei Kilometer bis nach Hause schaffe ich schon.‘ Aber sobald Sie aus dem Gebäude ins Tageslicht treten, trifft Sie die Blendung mit voller Wucht. Eine Sonnenbrille macht das Licht zwar erträglicher, aber sie bringt Ihnen die Schärfe nicht zurück. Mein Tipp: Lassen Sie sich chauffieren oder genießen Sie die Heimfahrt im Tram. Das ist der entspannteste Start in Ihre Reise zur Brillenfreiheit.»

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Kann ich wenigstens mit dem Velo nach Hause fahren?

Besser nicht. Auch auf dem Fahrrad brauchen Sie eine perfekte Reaktion und scharfe Sicht, um Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu erkennen. Die Blendung ist auf dem Velo genauso gefährlich wie im Auto.

2. Hilft eine Sonnenbrille gegen die Unschärfe?

Die Sonnenbrille ist ein absolutes Muss, um die Blendung zu lindern. Aber Achtung: Sie hilft nicht gegen das verschwommene Sehen! Sie sehen mit Sonnenbrille zwar entspannter, aber immer noch nicht scharf genug für den Strassenverkehr.

3. Wann darf ich wieder hinter das Steuer?

Sobald Sie sich absolut sicher fühlen und sowohl in der Ferne als auch in der Nähe (z. B. Tachometer) wieder alles gestochen scharf sehen. Meistens ist das nach spätestens vier bis fünf Stunden der Fall – oder ganz sicher am nächsten Morgen.

4. Muss ich für jeden Termin in der Klinik einen Fahrer einplanen?

Nein, keine Sorge. Wir stellen die Pupillen meistens nur bei der grossen Voruntersuchung weit. Bei den normalen Nachkontrollen am Tag nach der OP oder nach einer Woche können Sie in der Regel ganz normal selbst anreisen.

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Autor:

Dr. Victor Derhartunian

Dr. Victor Derhartunian hat sein Handwerk bei den beiden Pionieren der Laserchirurgie erlernt und gehört heute zu den führenden Chirurgen Europas. Der leitende Augenarzt von EyeLaser in Zürich kann seine Patientinnen und Patienten in 5 Sprachen beraten.

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