Augenlasern OP nicht durchführbar – Gründe und Alternativlösungen
Aktualisiert am 30. September 2026. Erstmals veröffentlicht am 11. Juli 2023. Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Victor Derhartunian, FEBO — Spezialist für refraktive Chirurgie.
Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf, blinzeln kurz und sehen alles um sich herum glasklar – ganz ohne den obligatorischen Griff zur Brille auf dem Nachttisch. Ein schöner Gedanke, oder? Wenn Sie sich dann endlich für eine Voruntersuchung entscheiden, treffen Sie vielleicht auf einen Moment, der sich erst mal wie eine kalte Dusche anfühlt: „Augenlasern ist bei Ihnen leider nicht möglich.“
Vielen zieht das erst mal den Boden unter den Füssen weg. Aber ganz ehrlich? Das ist kein Grund, den Traum von der Brillenfreiheit zu begraben. Dr. Victor Derhartunian, unser Kopf bei EyeLaser in Zürich, sieht das völlig entspannt: „Ein ‚Nein‘ zum Laser bedeutet heute fast nie, dass Sie für immer auf Ihre Brille angewiesen sind. Die moderne Medizin hat für fast jedes Auge einen genialen Plan B im Gepäck.“
Was erfahren Sie in diesem Text?
- Warum sagen wir beim Augenlasern manchmal erst mal „Stopp“? Es gibt anatomische oder medizinische Gründe, bei denen der Laser schlichtweg nicht die sicherste Lösung für Sie wäre.
- Welche gesundheitlichen Dinge stehen dem Laser im Weg? Faktoren wie eine Schwangerschaft, Grauer Star oder bestimmte Autoimmunerkrankungen machen den Eingriff entweder vorübergehend unmöglich oder dauerhaft riskant.
- Gibt es bei den Dioptrien-Werten eine Grenze nach oben? Ja, wenn die Kurz- oder Weitsichtigkeit zu extrem ausfällt, stossen wir mit dem Laser an physikalische Grenzen, die wir nicht überschreiten wollen.
- Was passiert, wenn der Laser wirklich keine Option ist? Wir greifen dann zu modernen Alternativen wie Linsenimplantaten (ICL) oder einem Linsentausch, die oft sogar noch bessere Ergebnisse bei hohen Werten liefern.
- Ist diese Voruntersuchung wirklich so wichtig? Absolut, denn nur wenn wir Ihre Hornhaut auf den Mikrometer genau vermessen, wissen wir sicher, welcher Weg Sie sicher ans Ziel führt.
Wenn der Laser pausieren muss: Gründe gegen das Augenlasern
Allgemeine medizinische Ausschlusskriterien: Von Schwangerschaft bis Autoimmunerkrankungen
Ihre Sicherheit steht bei uns an allererster Stelle – da machen wir keine Kompromisse. Es gibt einfach Momente im Leben, da hat der Körper andere Prioritäten. Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit fahren Ihre Hormone zum Beispiel Achterbahn, was auch Ihre Sehkraft beeinflusst. Auch bei Autoimmunerkrankungen sind wir vorsichtig, weil diese die Wundheilung Ihres Auges stören könnten. In solchen Fällen warten wir lieber ab, bis Ihr System wieder im Gleichgewicht ist.
Das Alter spielt eine Rolle: Warum Minderjährige warten müssen
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir erst ab 18 (und am liebsten erst ab 21) operieren? Ihre Augen wachsen in jungen Jahren oft noch mit. Würden wir zu früh lasern, riskieren wir, dass sich Ihre Werte kurz darauf wieder ändern. Wir wollen Ihnen schliesslich eine Lösung bieten, die ein Leben lang hält, und keinem „beweglichen Ziel“ hinterherjagen.
Begleiterkrankungen am Auge: Grüner und Grauer Star als Hindernis
Wenn Ihr Auge schon mit anderen Baustellen wie dem Grünen Star (Glaukom) oder dem Grauen Star (Katarakt) beschäftigt ist, ist der Laser meist nicht das richtige Werkzeug. Besonders beim Grauen Star macht es viel mehr Sinn, die trübe Linse direkt gegen eine neue auszutauschen, anstatt nur an der Oberfläche zu korrigieren.
Anatomische Grenzen: Wenn das Auge technisch nicht geeignet ist
Dioptrien-Werte und Stabilität: Wo liegen die Grenzen?
Der Laser funktioniert im Grunde wie ein digitaler Bildhauer: Er trägt winzige Mengen Ihrer Hornhaut ab, um die Brechkraft zu korrigieren. Liegt Ihre Kurzsichtigkeit jenseits der KRC-Grenzen für Ihre Hornhautdicke, oder liegt Ihre Weitsichtigkeit jenseits dieser Grenzen? Dann müssten wir so viel Gewebe abtragen, dass die Stabilität Ihres Auges leiden könnte. Auch eine Hornhautverkrümmung korrigieren wir nur, wenn Ihre Werte seit mindestens zwei Jahren stabil sind.
Das Zusammenspiel von Hornhautdicke und Fehlsichtigkeit
Stellen Sie sich Ihre Hornhaut wie das Fundament Ihres Hauses vor. Ist die Hornhaut von Natur aus zu dünn, haben wir nicht genug „Material“, um sicher zu arbeiten. Wir messen das in der Voruntersuchung ganz genau aus. Wenn wir sehen, dass das Fundament zu schwach wird, sagen wir klipp und klar Nein zum Laser – aus Liebe zu Ihrer Augengesundheit.
Auffälligkeiten der Hornhaut: Formfehler und Unregelmässigkeiten
Manche Augen haben ganz eigene Formen, wie zum Beispiel unregelmässige Verformungen (Keratokonus). Hier wäre ein Laser-Eingriff kontraproduktiv und könnte die Hornhaut sogar schwächen. In solchen Fällen suchen wir direkt nach anderen Wegen, die Ihr Auge stabilisieren und trotzdem Ihr Sehen verbessern.
Chronisch trockene Augen: Ein Risiko für den Heilungsverlauf?
Fast jeder hat mal trockene Augen, aber wenn das zum Dauerzustand wird, müssen wir aufpassen. Ein Laser kann die Trockenheit kurzzeitig verstärken. Wir schauen uns das vorher genau an: Können wir die Trockenheit erst behandeln? Wenn nicht, ist eine Linse oft die sanftere Wahl für Sie.
Die gute Nachricht: Effektive Alternativen zum Augenlasern
Linsenimplantate (ICL): Die clevere Lösung für hohe Korrekturbedarfe
Wenn der Laser „Nein“ sagt, kommt oft die Stunde der EVO Visian ICL. Das ist eine winzige, hochflexible Linse, die wir zusätzlich zu Ihrer natürlichen Linse ins Auge setzen. Man kann sie weder sehen noch spüren, aber sie korrigiert selbst extrem hohe Werte. Der Clou? Wir müssen kein Gewebe abtragen und könnten die Linse theoretisch sogar wieder entfernen.
Der refraktive Linsentausch: Ein neues Sehgefühl durch Kunstlinsen
Sind Sie vielleicht schon etwas älter oder deutet sich ein Grauer Star an? Dann ist der Linsentausch oft die beste Entscheidung. Wir ersetzen Ihre natürliche Linse durch eine moderne Kunstlinse. Das Beste daran: Sie können danach keinen Grauen Star mehr bekommen (möglich bleibt ein sogenannter Nachstar, eine Trübung der Linsenkapsel) und brauchen meist keine Gleitsichtbrille mehr.
Kunstlinsen im Vergleich: Monofokal vs. Multifokal
Wussten Sie, dass es hier riesige Unterschiede gibt? Eine Monofokallinse schenkt Ihnen scharfe Sicht in einer Distanz (meistens in der Ferne). Eine Multifokallinse dagegen ist ein echtes Multitalent: Sie deckt Ferne, Zwischenbereich und Nähe ab. Wer also beim Einkaufen oder am Handy keine Brille mehr suchen will, wählt oft dieses Upgrade.
Der Weg zu Ihrer persönlichen Lösung: Diagnose und Beratung
Warum die fachärztliche Voruntersuchung unentbehrlich ist
Wir verlassen uns nicht auf Pi-mal-Daumen-Werte. Dr. Victor Derhartunian betont immer wieder: „Wir schauen uns nicht nur Ihren Brillenpass an, sondern das gesamte Universum Ihres Auges.“ Mit High-End-Scans erstellen wir eine digitale Landkarte Ihrer Hornhaut. Nur so finden wir heraus, ob wir mit SmartSight oder einer anderen Methode ein gutes Ergebnis erzielen.
FAQ – Fragen, die uns oft gestellt werden
Gibt es wirklich immer einen Plan B?
Fast immer! In rund 99 % der Fälle finden wir eine Lösung, solange Ihr Auge ansonsten gesund ist. Wir geben erst auf, wenn wir wirklich alle Möglichkeiten geprüft haben.
Ist eine künstliche Linse gefährlicher als der Laser?
Nicht wesentlich. Beide Verfahren gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen weltweit. Ein erfahrener Chirurg macht den Unterschied – und den haben wir bei uns.
Wie lange dauert es, bis ich nach dem Linseneinsetzen wieder fit bin?
Das geht erstaunlich fix! Meistens sehen Sie schon am nächsten Tag einen riesigen Unterschied. Nach ein paar Tagen sind Sie in der Regel wieder voll im Alltag angekommen.