Kurz erklärt
Was sind trockene Augen, und was hilft?
Trockene Augen (Sicca-Syndrom) sind eine Störung des Tränenfilms: Er reisst zu früh auf, die Augen brennen, fühlen sich sandig an oder tränen. Bei 86 % der Betroffenen sind die Meibom-Drüsen im Lidrand beteiligt. Bei EyeLaser Zürich messen wir die Ursache; die IPL-Behandlung kostet CHF 400 pro Sitzung, meist sind drei bis vier nötig.
| Fachbegriff | Sicca-Syndrom, Keratokonjunktivitis sicca; ICD-10 H04.1 |
|---|---|
| Häufigkeit | je nach Studie 5 bis 50 % der Bevölkerung, Frauen häufiger (Stapleton et al. 2017) |
| Typische Zeichen | Brennen, Sand- oder Fremdkörpergefühl, Rötung, abends schwankende Sicht, paradox tränende Augen |
| Häufigste Ursache | Meibom-Drüsen-Dysfunktion: zu wenig Fett im Tränenfilm, bei 86 % beteiligt (Lemp et al. 2012) |
| Abklärung | Tränenfilm-Aufreisszeit, Meibographie, Untersuchung von Lidrand und Hornhaut |
| Behandlung | Tränenersatz, Lidrandpflege, entzündungshemmende Tropfen, IPL-Behandlung; Grunderkrankungen mitbehandeln |
| Krankenkasse | augenärztliche Abklärung bei medizinischer Indikation über die Grundversicherung (TARDOC); IPL zahlen Sie selbst, CHF 400 pro Sitzung, Paket vier für drei CHF 1’200 |
Trockene Augen am Bildschirm
Wer konzentriert auf einen Bildschirm schaut, blinzelt deutlich seltener; in einer Messung im Mittel fünfmal seltener als sonst (Patel et al. 1991). Jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm und drückt etwas Fett aus den Meibom-Drüsen. Fällt er weg, staut sich das Fett, verhärtet und verstopft die Ausgänge. Typisch ist, dass die Augen am Nachmittag brennen und die Sicht schwankt.
Die IPL-Behandlung dauert rund 20 Minuten; die Pupille wird nicht erweitert, Sie können danach wieder arbeiten. Im Alltag helfen Pausen nach der 20-20-20-Regel und bewusstes Blinzeln.
Sicca-Syndrom: der Fachbegriff für das trockene Auge
Wenn Ihnen jemand die Diagnose Sicca-Syndrom nennt, ist damit das trockene Auge gemeint. Der vollständige medizinische Name lautet Keratokonjunktivitis sicca — «sicca» ist lateinisch für «trocken», Kerato- steht für die Hornhaut, Konjunktiva für die Bindehaut. Beide sind betroffen, wenn der Tränenfilm seine Aufgabe nicht mehr erfüllt: Er reisst zu früh auf, die Augenoberfläche liegt frei und reagiert mit einer Entzündung.
Medizinisch werden zwei Formen unterschieden, und die Unterscheidung entscheidet über die Behandlung:
- Zu wenig Tränenflüssigkeit (hypovolämische Form): Die Tränendrüse produziert zu wenig. Diese Form ist die seltenere.
- Zu schnelle Verdunstung (hyperevaporative Form): Die Menge stimmt, aber die Fettschicht fehlt — die Tränen verdunsten, bevor sie wirken können. Diese Form macht den weitaus grössten Teil der Fälle aus, und ihre Ursache sitzt in den Meibom-Drüsen.
Davon zu unterscheiden ist das Sjögren-Syndrom: eine Autoimmunerkrankung, bei der neben den Tränendrüsen auch die Speicheldrüsen angegriffen werden. Wer ein Sjögren-Syndrom hat, hat auch Sicca-Beschwerden — umgekehrt gilt das nicht. Die allermeisten Menschen mit trockenen Augen haben kein Sjögren-Syndrom. Wenn zusätzlich Mundtrockenheit und Gelenkbeschwerden auftreten, klären wir das ab und arbeiten mit der Rheumatologie zusammen.
Für Sie ist vor allem eines wichtig: Ein Sicca-Syndrom lässt sich messen. Wir bestimmen die Aufreisszeit des Tränenfilms und machen die Meibom-Drüsen sichtbar, statt nur nach Beschwerden zu behandeln.
Was das Auge austrocknet: die häufigsten Ursachen
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: einer Schleimschicht direkt auf dem Auge, einer wässrigen Schicht in der Mitte und der Fettschicht obenauf. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Lot, liegt die Hornhaut stellenweise frei. Häufige Auslöser sind:
- Alter und Hormone: Mit den Jahren bildet das Auge weniger Tränenflüssigkeit. Frauen spüren den Umschwung in den Wechseljahren oft deutlich.
- Bildschirm, Heizungs- und Klimaluft: Wer konzentriert auf einen Bildschirm schaut, blinzelt deutlich seltener; trockene Raumluft entzieht dem Tränenfilm zusätzlich Feuchtigkeit.
- Medikamente: Bestimmte Wirkstoffe, etwa aus der Gruppe der Betablocker oder der Antidepressiva, können die Tränenbildung als Nebenwirkung drosseln. Setzen Sie ein Medikament deshalb nie selbst ab, sondern sprechen Sie mit der verschreibenden Ärztin oder dem verschreibenden Arzt.
- Allgemeinerkrankungen: Rheumatische Erkrankungen und das oben beschriebene Sjögren-Syndrom können die Tränendrüsen direkt angreifen.
Bleibt ein Sicca-Syndrom lange unbehandelt, kann sich die Entzündung auf der Hornhaut festsetzen (Keratitis) und kleine Defekte an der Oberfläche hinterlassen. Anzeichen, die Sie ernst nehmen sollten: ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, Brennen, gerötete Lidränder, abends verschwommene Sicht und Blendung — und paradoxerweise tränende Augen.
Behandlung in Stufen
- Tränenersatz: konservierungsmittelfreie Tropfen, zum Beispiel mit Hyaluronsäure; für die Nacht Gele oder Salben, weil sie länger haften.
- Lidrandpflege: warme Kompressen verflüssigen das verhärtete Fett in den Meibom-Drüsen; Lipidsprays auf das geschlossene Lid stützen die Fettschicht.
- Entzündungshemmende Tropfen: auf Rezept, wenn Tränenersatz und Pflege nicht reichen.
- IPL-Behandlung: wenn die Pflege nicht reicht und die Meibom-Drüsen die Ursache sind (siehe unten).
Meibom-Drüsen-Dysfunktion: der medizinische Kern
Die Meibom-Drüsen sitzen in den Lidkanten und liefern die Fettschicht des Tränenfilms. Diese Schicht bremst die Verdunstung. Arbeiten die Drüsen nicht mehr richtig, spricht man von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion, kurz MGD. Nach dem DEWS-II-Bericht steckt sie in der grossen Mehrheit der Fälle hinter trockenen Augen — nicht ein Mangel an Tränenflüssigkeit.
Wie es dazu kommt
Das Sekret in den Drüsen verhärtet, die Ausgänge an der Lidkante verstopfen. Ohne die Fettschicht verdunstet der Tränenfilm zu schnell. Das Auge bildet daraufhin mehr Flüssigkeit und tränt — obwohl es trocken ist. Genau deshalb helfen Tropfen nur für Minuten: Sie ersetzen Wasser, während das Fett fehlt.
Wie sich verstopfte Meibom-Drüsen öffnen lassen
Wärme verflüssigt das verhärtete Sekret, Druck entleert die Drüsen. Im Alltag geschieht das mit warmen Kompressen und täglicher Lidrandpflege. Reicht das nicht mehr aus, setzt die IPL-Behandlung an derselben Stelle an: Pulslicht erwärmt die Lidkante, öffnet die Ausgänge und senkt die Entzündung. Für ein stabiles Ergebnis sind meist drei bis vier Sitzungen nötig.
Warum wir vorher messen
Die Meibographie bildet die Drüsen im Lid ab. Daran ist zu sehen, wie viele noch intakt sind und wie weit der Rückgang fortgeschritten ist. Das entscheidet, ob Pflege genügt oder eine Behandlung sinnvoll ist — und es zeigt später, ob sich etwas verändert hat. Ist der Lidrand zusätzlich entzündet, liegt eine Lidrandentzündung vor, die mitbehandelt gehört.
Kann man trotz trockener Augen die Augen lasern lassen?
Oft ja, aber erst nach Abklärung. Trockene Augen sind vor einem Lasereingriff häufig und können danach für einige Wochen zunehmen. Bei EyeLaser Zürich messen wir den Tränenfilm in der Voruntersuchung und behandeln trockene Augen vorher, wenn nötig auch mit IPL. Je nach Befund eignet sich ein Verfahren ohne Flap oder eine Linse besser. Den Vergleich der Verfahren bei trockenen Augen finden Sie im Ratgeber Augenlasern trotz trockener Augen.
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