Treten nach einer Augenlaser-OP Schmerzen auf?
Aktualisiert am 19. September 2026. Erstmals veröffentlicht am 16. Juli 2021. Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Victor Derhartunian, FEBO — Spezialist für refraktive Chirurgie.
Hand aufs Herz: Wenn es um unsere Augen geht, sind wir doch alle kleine Angsthasen, oder? Die Vorstellung, dass jemand an unserem empfindlichsten Sinnesorgan arbeitet, löst bei fast jedem sofort den Gedanken aus: „Das muss doch weh tun!“ Dr. Victor Derhartunian erlebt diese Sorge in seiner Zürcher Praxis jeden Tag. Seine Antwort ist erfrischend ehrlich: Nein, während der OP spüren Sie dank der Betäubung absolut nichts. Aber danach? Da meldet sich der Körper zurück. Wie laut er sich meldet, hängt fast nur davon ab, für welche Methode wir uns entschieden haben.
Was erfahren Sie in diesem Text?
- Muss ich mich nach der OP auf Schmerzen einstellen? Ja, ein gewisses Unbehagen gehört dazu, aber ob es nur ein Kratzen oder echter Schmerz ist, hängt stark von der Methode ab.
- Wie fühlt sich das nach einer Femto-LASIK an? Stellen Sie sich auf ein Fremdkörpergefühl ein – so als hätten Sie eine Wimper im Auge – das aber meist nach sechs Stunden schon wieder verschwunden ist.
- Warum laufen meine Augen dabei wie Wasserhähne? Das starke Tränen ist eine geniale Schutzfunktion Ihres Körpers, um die frisch behandelte Hornhaut zu spülen und zu heilen.
- Ist die Heilung bei Oberflächenbehandlungen (z. B. PRK) härter? Ja, hier reden wir nichts schön: Da die Oberfläche erst nachwachsen muss, können die Beschwerden bis zu drei Tage anhalten.
- Was ist meine Geheimwaffe, wenn es brennt? In dieser Phase sind Ihre Augentropfen Ihr bester Freund – sie lindern das Brennen sofort und helfen Ihnen durch die kritischen Stunden.
1. Die Angst vor den Schmerzen: Was ist normal?
Dr. Victor Derhartunian klärt auf
„Schmerz ist subjektiv, aber der Heilungsverlauf ist reine Biologie“, sagt Dr. Victor Derhartunian oft zu seinen Patienten. Er hält nichts davon, Ihnen das Blaue vom Himmel zu versprechen. Es ist schliesslich eine Operation, kein Friseurbesuch. Ihr Körper muss heilen. „Wichtig ist, dass Sie verstehen: Der Schmerz ist kein Alarmzeichen, dass etwas schiefgelaufen ist. Er ist einfach Teil der Arbeit, die Ihr Körper gerade leistet“, erklärt der Experte.
Es kommt auf die Methode an
Ob Sie am Abend nach der OP schon wieder entspannt Netflix schauen oder lieber drei Tage die Rollläden unten lassen, entscheidet die Methode. Wir unterscheiden hier ganz grob: Haben wir einen Flap (einen Deckel) gemacht wie bei der Femto-LASIK, oder mussten wir an der Oberfläche arbeiten?
2. Femto-LASIK: Ein kurzes Fremdkörpergefühl
Wie ein Sandkorn im Auge: Die ersten 6 Stunden
Die Femto-LASIK ist der Liebling vieler Patienten, und das hat einen Grund: Die Erholung geht rasend schnell. Aber die ersten Stunden? Die können nerven. Dr. Derhartunian beschreibt es treffend: „Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Sandkorn im Auge, das Sie einfach nicht rausbekommen.“ Es kratzt, es stört.
Die gute Nachricht: Dieser Spuk ist meistens nach maximal sechs Stunden vorbei. Unser Tipp: Legen Sie sich hin, mach die Augen zu. Wenn Sie aufwachen, ist es oft schon weg.
Tränende Augen als natürliche Reaktion
Wundere Sie nicht, wenn Ihnen die Tränen laufen, als hätten Sie gerade zehn Zwiebeln geschnitten.
Ihr Auge reagiert auf den Eingriff mit einer „Grossspülung“. Das ist super! Unterdrück das nicht. Die Tränenflüssigkeit wirkt wie ein natürlicher, schützender Verband für Ihre Hornhaut.
3. Oberflächenbehandlungen: Wenn die Heilung Zeit braucht
Warum die Erholungsphase länger dauert
Bei Oberflächenbehandlungen (wie der PRK) müssen wir die oberste Schutzschicht der Hornhaut entfernen, damit der Laser seine Arbeit tun kann. Diese Schicht muss danach komplett neu nachwachsen. Das ist vergleichbar mit einer Schürfwunde auf der Haut – nur eben am Auge, wo wir viel empfindlicher sind.
Der Zeitrahmen: Bis zu drei Tage Geduld
Hier sind wir brutal ehrlich: „Die Schmerzen dauern wesentlich länger an als bei der Femto-LASIK“, bestätigt Dr. Derhartunian. Sie müssen sich auf eine Phase von bis zu drei Tagen einstellen. Ihre Augen werden brennen, Sie werden lichtscheu sein und wahrscheinlich keine Lust auf Gesellschaft haben. Das ist der Preis für eine Methode, die ohne tiefen Schnitt auskommt (was für Boxer oder Polizisten oft entscheidend ist). Aber: Nach Tag 3 geht es meist steil bergauf.
4. Effektive Schmerzlinderung
Die wichtigste Waffe gegen den Schmerz: Augentropfen
Sie sind dem Ganzen aber nicht hilflos ausgeliefert. Wir geben Ihnen einen Schlachtplan und die passende Munition mit.
„Nutzen Sie die Tropfen intensiv, um die Schmerzen zu lindern“, rät Dr. Derhartunian. Die künstlichen Tränen kühlen, schmieren das Lid (damit es nicht kratzt) und spülen Reizstoffe aus. Und für die erste Nacht geben wir Ihnen natürlich auch etwas, damit Sie gut schlafen können.
FAQ – Häufige Fragen zu Schmerzen nach dem Lasern
Tut die Operation selbst wirklich nicht weh?
Nein, versprochen. Ihre Augen werden mit speziellen Tropfen so stark betäubt, dass Sie absolut nichts spüren. Sie merken vielleicht einen leichten Druck oder dass wir Ihr Auge berühren, aber keinen Schmerz.
Darf ich mir die Augen reiben, wenn es juckt?
Auf keinen Fall! Finger weg! Reiben ist das Schlimmste, was Sie in den ersten Tagen tun können. Es kann die Wundheilung stören. Wenn es juckt: Tropfen nehmen!
Was, wenn es nach 3 Tagen immer noch weh tut?
Ein leichtes Trockenheitsgefühl kann länger bleiben, das ist normal. Sollten Sie aber nach der genannten Heilungsphase (6 Stunden bei LASIK, 3-4 Tage bei PRK) plötzlich wieder starke Schmerzen bekommen, ruf uns bitte sofort an. Das wollen wir uns ansehen.
Helfen normale Schmerztabletten?
Ja. Eine Ibuprofen oder Paracetamol hilft sehr gut, um über die erste Nacht zu kommen, besonders wenn wir an der Oberfläche behandelt haben. Wir sagen Ihnen genau, was und wie viel Sie nehmen dürfen.