Treten nach einer Augenlaser-OP Schmerzen auf?

Autor: Dr. Victor Derhartunian 16 Juli 2021

Hand aufs Herz: Wenn es um unsere Augen geht, sind wir doch alle kleine Angsthasen, oder? Die Vorstellung, dass jemand an unserem empfindlichsten Sinnesorgan arbeitet, löst bei fast jedem sofort den Gedanken aus: „Das muss doch weh tun!“ Dr. Victor Derhartunian erlebt diese Sorge in seiner Zürcher Praxis jeden Tag. Seine Antwort ist erfrischend ehrlich: Nein, während der OP spürst du dank der Betäubung absolut nichts. Aber danach? Da meldet sich der Körper zurück. Wie laut er sich meldet, hängt fast nur davon ab, für welche Methode wir uns entschieden haben.

Was erfahren Sie in diesem Text?

  • Muss ich mich nach der OP auf Schmerzen einstellen? Ja, ein gewisses Unbehagen gehört dazu, aber ob es nur ein Kratzen oder echter Schmerz ist, hängt stark von der Methode ab.
  • Wie fühlt sich das nach einer Femto-LASIK an? Stell dich auf ein Fremdkörpergefühl ein – so als hättest du eine Wimper im Auge – das aber meist nach sechs Stunden schon wieder verschwunden ist.
  • Warum laufen meine Augen dabei wie Wasserhähne? Das starke Tränen ist eine geniale Schutzfunktion deines Körpers, um die frisch behandelte Hornhaut zu spülen und zu heilen.
  • Ist die Heilung bei Oberflächenbehandlungen (z. B. PRK) härter? Ja, hier reden wir nichts schön: Da die Oberfläche erst nachwachsen muss, können die Beschwerden bis zu drei Tage anhalten.
  • Was ist meine Geheimwaffe, wenn es brennt? In dieser Phase sind deine Augentropfen dein bester Freund – sie lindern das Brennen sofort und helfen dir durch die kritischen Stunden.

1. Die Angst vor den Schmerzen: Was ist normal?

Dr. Victor Derhartunian klärt auf

„Schmerz ist subjektiv, aber der Heilungsverlauf ist reine Biologie“, sagt Dr. Victor Derhartunian oft zu seinen Patienten. Er hält nichts davon, dir das Blaue vom Himmel zu versprechen. Es ist schließlich eine Operation, kein Friseurbesuch. Dein Körper muss heilen. „Wichtig ist, dass du verstehst: Der Schmerz ist kein Alarmzeichen, dass etwas schiefgelaufen ist. Er ist einfach Teil der Arbeit, die dein Körper gerade leistet“, erklärt der Experte.

Es kommt auf die Methode an

Ob du am Abend nach der OP schon wieder entspannt Netflix schaust oder lieber drei Tage die Rollläden unten lässt, entscheidet die Methode. Wir unterscheiden hier ganz grob: Haben wir einen Flap (einen Deckel) gemacht wie bei der Femto-LASIK, oder mussten wir an der Oberfläche arbeiten?

2. Femto-LASIK: Ein kurzes Fremdkörpergefühl

Wie ein Sandkorn im Auge: Die ersten 6 Stunden

Die Femto-LASIK ist der Liebling vieler Patienten, und das hat einen Grund: Die Erholung geht rasend schnell. Aber die ersten Stunden? Die können nerven. Dr. Derhartunian beschreibt es treffend: „Stell dir vor, du hast ein Sandkorn im Auge, das du einfach nicht rausbekommst.“ Es kratzt, es stört.

Die gute Nachricht: Dieser Spuk ist meistens nach maximal sechs Stunden vorbei. Unser Tipp: Leg dich hin, mach die Augen zu. Wenn du aufwachst, ist es oft schon weg.

Tränende Augen als natürliche Reaktion

Wundere dich nicht, wenn dir die Tränen laufen, als hättest du gerade zehn Zwiebeln geschnitten.

Dein Auge reagiert auf den Eingriff mit einer „Großspülung“. Das ist super! Unterdrück das nicht. Die Tränenflüssigkeit wirkt wie ein natürlicher, schützender Verband für deine Hornhaut.

3. Oberflächenbehandlungen: Wenn die Heilung Zeit braucht

Warum die Erholungsphase länger dauert

Bei Oberflächenbehandlungen (wie der PRK) müssen wir die oberste Schutzschicht der Hornhaut entfernen, damit der Laser seine Arbeit tun kann. Diese Schicht muss danach komplett neu nachwachsen. Das ist vergleichbar mit einer Schürfwunde auf der Haut – nur eben am Auge, wo wir viel empfindlicher sind.

Der Zeitrahmen: Bis zu drei Tage Geduld

Hier sind wir brutal ehrlich: „Die Schmerzen dauern wesentlich länger an als bei der Femto-LASIK“, bestätigt Dr. Derhartunian. Du musst dich auf eine Phase von bis zu drei Tagen einstellen. Deine Augen werden brennen, du wirst lichtscheu sein und wahrscheinlich keine Lust auf Gesellschaft haben. Das ist der Preis für eine Methode, die ohne tiefen Schnitt auskommt (was für Boxer oder Polizisten oft entscheidend ist). Aber: Nach Tag 3 geht es meist steil bergauf.

4. Effektive Schmerzlinderung

Die wichtigste Waffe gegen den Schmerz: Augentropfen

Du bist dem Ganzen aber nicht hilflos ausgeliefert. Wir geben dir einen Schlachtplan und die passende Munition mit.

„Nutzen Sie die Tropfen intensiv, um die Schmerzen zu lindern“, rät Dr. Derhartunian. Die künstlichen Tränen kühlen, schmieren das Lid (damit es nicht kratzt) und spülen Reizstoffe aus. Und für die erste Nacht geben wir dir natürlich auch etwas, damit du gut schlafen kannst.

FAQ – Häufige Fragen zu Schmerzen nach dem Lasern

Tut die Operation selbst wirklich nicht weh?

Nein, versprochen. Deine Augen werden mit speziellen Tropfen so stark betäubt, dass du absolut nichts spürst. Du merkst vielleicht einen leichten Druck oder dass wir dein Auge berühren, aber keinen Schmerz.

Darf ich mir die Augen reiben, wenn es juckt?

Auf keinen Fall! Finger weg! Reiben ist das Schlimmste, was du in den ersten Tagen tun kannst. Es kann die Wundheilung stören. Wenn es juckt: Tropfen nehmen!

Was, wenn es nach 3 Tagen immer noch weh tut?

Ein leichtes Trockenheitsgefühl kann länger bleiben, das ist normal. Solltest du aber nach der genannten Heilungsphase (6 Stunden bei LASIK, 3-4 Tage bei PRK) plötzlich wieder starke Schmerzen bekommen, ruf uns bitte sofort an. Das wollen wir uns ansehen.

Helfen normale Schmerztabletten?

Ja. Eine Ibuprofen oder Paracetamol hilft sehr gut, um über die erste Nacht zu kommen, besonders wenn wir an der Oberfläche behandelt haben. Wir sagen dir genau, was und wie viel du nehmen darfst.

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Autor:

Dr. Victor Derhartunian

Dr. Victor Derhartunian hat sein Handwerk bei den beiden Pionieren der Laserchirurgie erlernt und gehört heute zu den führenden Chirurgen Europas. Der leitende Augenarzt von EyeLaser in Zürich kann seine Patientinnen und Patienten in 5 Sprachen beraten.

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