Wie oft zum Augenarzt? Vorsorgeuntersuchungen, Routinekontrollen und akute Notfälle

Autor: Dr. Victor Derhartunian 4. Juli 2025

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal einen Termin beim Augenarzt gebucht? Viele von uns verlassen sich jahrelang auf das Prinzip Hoffnung – solange man die Straßenschilder erkennt und die Zeitung nicht verschwimmt, wird schon alles passen. Doch genau hier liegt die Falle. Viele der tückischsten Augenerkrankungen schleichen sich lautlos an, ohne Schmerzen und ohne Vorwarnung. Wir in der EyeLaser Klinik in Zürich erleben jeden Tag, dass ein rechtzeitiger Check oft den entscheidenden Unterschied macht. Betrachten Sie Ihre Augenuntersuchung nicht als lästige Pflicht, sondern als den wichtigsten Sicherheitscheck für Ihr Fenster zur Welt.

Was erfahren Sie in diesem Text?

  • Wie oft sollte ein gesunder Erwachsener zur Kontrolle? Wir empfehlen Ihnen, etwa alle zwei Jahre einen Termin für eine Routineuntersuchung einzuplanen.
  • Wann steht der erste Besuch für Kinder an? Sie sollten Ihr Kind spätestens vor der Einschulung einmal gründlich untersuchen lassen, um die Entwicklung des Sehens abzusichern.
  • Muss ich bei Vorerkrankungen wie Diabetes öfter kommen? Falls Sie unter Diabetes oder Bluthochdruck leiden, verlangen Ihre Augen mindestens einmal im Jahr eine genaue Kontrolle der Netzhaut.
  • Warum markiert der 40. Geburtstag einen Wendepunkt? Ab diesem Alter steigt das Risiko für Alterssichtigkeit und den grünen Star statistisch gesehen sprunghaft an.
  • Welche Untersuchungen führen wir vor einer Laserbehandlung durch? Wir vermessen dabei ganz präzise Ihre Hornhautdicke und prüfen die Stabilität Ihrer Fehlsichtigkeit für ein sicheres Ergebnis.

1. Warum regelmäßige Besuche beim Augenarzt entscheidend sind

Unsere Augen leisten jeden Tag Schwerstarbeit, während wir stundenlang auf Bildschirme starren oder uns durch den Verkehr navigieren. Das Problem ist nur: Das Auge ist ein Meister der Tarnung. Es gleicht Defizite so lange aus, bis die Schäden oft schon weit fortgeschritten sind. Wenn Sie selbst merken, dass etwas nicht stimmt, haben wir oft schon wertvolle Zeit verloren.

Augenerkrankungen frühzeitig erkennen: Glaukom, Makuladegeneration und Netzhautschäden

Nehmen wir den grünen Star, das Glaukom. Hier stirbt der Sehnerv schleichend ab, meistens weil der Druck im Augeninneren zu hoch ist. Da dieser Prozess absolut schmerzfrei verläuft, bemerken Betroffene den Verlust ihres Gesichtsfeldes oft erst, wenn bereits große Bereiche unwiederbringlich dunkel bleiben. Auch die Makuladegeneration oder Schäden durch Diabetes lassen sich heute wunderbar bremsen – aber eben nur, wenn wir sie rechtzeitig entdecken.

Die Makula im Visier: Schutz für den Ort des schärfsten Sehens

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie Gesichter erkennen oder winzige Details lesen können? Das verdanken Sie Ihrer Makula, einem winzigen Bereich auf der Netzhaut. Sie ist der Ort Ihres schärfsten Sehens. Wenn hier etwas schiefläuft, verliert die Welt ihren Fokus. Bei unserer Vorsorge schauen wir uns diesen Bereich ganz genau an, um Ablagerungen oder Durchblutungsstörungen zu finden, bevor Ihr zentrales Sehvermögen Schaden nimmt.

2. Wie oft zum Augenarzt? Eine Orientierung für jedes Lebensalter

Es gibt zwar keinen festgemeißelten Plan für jeden Menschen, aber die Medizin gibt uns klare Richtwerte an die Hand, die wie ein Kompass funktionieren.

Kinder und Jugendliche: Die Entwicklung des Sehens sicher begleiten

In den ersten Jahren lernt das Gehirn erst, wie man die Signale der Augen richtig verarbeitet. Entdecken wir eine Fehlsichtigkeit oder ein leichtes Schielen zu spät, kann eine lebenslange Sehschwäche entstehen, die wir später kaum noch korrigieren können. Wir raten deshalb: Gehen Sie mit Ihrem Kind einmal im Kleinkindalter und definitiv vor dem ersten Schultag zum Spezialisten. Danach reicht meist ein Check alle zwei Jahre.

Erwachsene unter 40: Routine bei Sehstress und digitalen Belastungen

Gehören Sie zu den Glücklichen, die keine Brille brauchen? Dann genügt uns ein Besuch alle zwei bis drei Jahre. Wenn Sie jedoch den ganzen Tag am Laptop sitzen, kennen Sie sicher das Brennen oder die Kopfschmerzen am Abend. Dieser digitale Sehstress kann Ihre Augen massiv belasten, weshalb wir hier öfter mal einen Blick auf Ihre Tränenflüssigkeit und Entspannung der Augenmuskeln werfen sollten.

Die Phase ab 40: Fokus auf Presbyopie und steigende Risikofaktoren

Mit 40 feiert man nicht nur einen runden Geburtstag, auch das Auge stellt sich um. Die Linse wird starrer, das Lesen im schummrigen Licht fällt schwerer – willkommen in der Welt der Alterssichtigkeit. Da gleichzeitig das Risiko für einen zu hohen Augeninnendruck steigt, lautet unser Rat: Kommen Sie ab jetzt alle ein bis zwei Jahre zu uns.

Senioren ab 60 Jahren: Jährliche Checks gegen den grauen Star und Co.

Ab 60 nehmen Trübungen wie der graue Star oder Probleme mit der Netzhaut statistisch deutlich zu. Damit Sie Ihre Unabhängigkeit und Mobilität behalten, ist eine jährliche Kontrolle ab diesem Alter absolut sinnvoll – selbst wenn Sie subjektiv das Gefühl haben, noch wie ein Adler zu sehen.

3. Risikofaktoren: Wer braucht häufigere Kontrollen?

Es gibt Lebensumstände und genetische Faktoren, die dazu führen, dass wir Sie lieber etwas öfter in unserer Praxis begrüßen.

Brillen- und Kontaktlinsenträger: Stabilität und Hornhautgesundheit prüfen

Kontaktlinsen sind praktisch, aber sie sind eben auch Fremdkörper auf Ihrem Auge. Sie können den Sauerstofffluss zur Hornhaut einschränken oder Infektionen begünstigen. Wir kontrollieren deshalb jährlich, ob Ihre Hornhaut noch gesund ist und ob die Linsen noch optimal sitzen. Und wer weiß – vielleicht ist für Sie irgendwann der Moment gekommen, über eine dauerhafte Lösung ohne Sehhilfe nachzudenken.

Familiäre Vorbelastung: Wenn Glaukom oder Keratokonus in den Genen liegen

Sind in Ihrer Familie Fälle von grünem Star oder anderen vererbbaren Krankheiten bekannt? Dann zählen Sie zur Risikogruppe. Viele dieser Erkrankungen schreiten unbemerkt voran. Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall eine jährliche Vorsorge, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können.

Chronische Krankheiten: Warum Diabetes und Bluthochdruck den Augen schaden

Diabetes ist leider eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehschäden im Erwachsenenalter. Der Zucker schädigt die feinen Gefäße in Ihrer Netzhaut. Auch ein hoher Blutdruck hinterlässt Spuren am Augenhintergrund. Wenn Sie betroffen sind, ist eine jährliche Untersuchung der Netzhaut mit weitgestellten Pupillen für Sie absolute Pflicht.

4. Der Ablauf: Was Sie bei einer umfassenden Augenuntersuchung erwartet

Keine Sorge, wir tun Ihnen nicht weh. Eine moderne Augenuntersuchung ist schmerzfrei und liefert uns innerhalb kürzester Zeit präzise Daten über Ihre Gesundheit.

Vom Sehtest zur Spaltlampen-Mikroskopie

Zuerst prüfen wir klassisch Ihre Sehkraft. Danach setzen Sie sich an die Spaltlampe. Das ist ein spezielles Mikroskop, mit dem wir Ihre Hornhaut, die Linse und die Bindehaut unter hellem Licht und starker Vergrößerung abscannen. Wir suchen dabei nach kleinsten Unregelmäßigkeiten oder Trübungen.

Blick ins Innere: Die detaillierte Untersuchung des Augenhintergrundes

Mit speziellen Lupen werfen wir einen Blick tief in das Innere Ihres Auges. Wir kontrollieren den Sehnervenkopf und die Gefäße. In der EyeLaser Klinik nutzen wir dafür modernste Technik, um den Zustand Ihrer Netzhaut digital festzuhalten. So können wir bei Ihrem nächsten Besuch genau vergleichen, ob sich etwas verändert hat.

5. Spezialfall Augenlasern: Präzise Diagnostik als Erfolgsschlüssel

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihre Brille für immer loszuwerden? Wenn Sie sich für eine Laserbehandlung interessieren, ist die Voruntersuchung der wichtigste Teil der gesamten Reise.

Voraussetzungen für den Laser: Hornhautdicke, Stabilität und Ausschluss von Risiken

Beim Lasern verändern wir die Krümmung Ihrer Hornhaut minimal. Dafür müssen wir sicherstellen, dass genügend Gewebe vorhanden ist und Ihre Hornhaut eine gesunde Struktur aufweist. Wir messen die Stabilität Ihrer Werte über das letzte Jahr und schließen Risiken wie einen Keratokonus konsequent aus. Nur wenn alles perfekt ist, geben wir unser Okay für den Eingriff.

Der Fahrplan: Kontrolltermine vor und nach dem Lasereingriff

Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess. Nach der Behandlung sehen wir uns oft schon am nächsten Tag wieder, dann nach einer Woche und nach einem Monat. Wir lassen Sie nicht allein und überwachen den Heilungsverlauf so lange, bis Sie Ihr optimales Ergebnis erreicht haben.

6. Fazit: Ihr persönlicher Sicherheitscheck für das wertvollste Sinnesorgan

Sehen ist Lebensqualität. Die moderne Augenheilkunde kann fast jeden schweren Sehverlust verhindern, wenn wir das Problem nur rechtzeitig finden. Sehen Sie den Gang zum Augenarzt einfach als das, was er ist: Eine kleine Investition in Ihre Zukunft, damit Sie auch in vielen Jahren noch jeden Sonnenuntergang und jedes Buch in voller Schärfe genießen können.

Expertenmeinung: Dr. Victor Derhartunian

Ich erlebe in meiner Praxis oft Patienten, die erst kommen, wenn die Sehkraft schon spürbar nachgelassen hat. Das macht mich manchmal traurig, weil wir viele dieser Schäden mit einer einfachen Vorsorge hätten verhindern können. Warten Sie nicht auf Warnsignale Ihres Körpers – Augenprobleme tun meistens nicht weh. In der EyeLaser Klinik setzen wir auf Technologien, die Veränderungen sehen, bevor Sie sie spüren. Das ist die sicherste Methode, um Ihre Unabhängigkeit bis ins hohe Alter zu bewahren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Werden meine Pupillen bei jeder Untersuchung erweitert?

Nicht zwingend, aber für einen wirklich gründlichen Blick auf die Netzhautränder ist es oft notwendig. Denken Sie daran, dass Sie danach für ein paar Stunden kein Auto fahren dürfen, da das Licht Sie stärker blendet.

Zahlt meine Krankenkasse die Vorsorgeuntersuchung?

In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung medizinisch notwendige Untersuchungen, wenn Beschwerden vorliegen oder Sie zu einer Risikogruppe gehören. Reine Routinechecks ohne Anlass sind oft eine Privatleistung, aber eine, die sich definitiv lohnt.

Kann ich den Besuch beim Arzt durch einen Sehtest beim Optiker ersetzen?

Ein Optiker misst hervorragend Ihre Brillenwerte, aber er kann nicht in Ihr Auge schauen, um Krankheiten zu diagnostizieren. Den Gesundheitscheck kann nur ein Augenarzt leisten.

Sind Online-Sehtests eine verlässliche Alternative?

Eher nicht. Sie können Ihnen zwar zeigen, ob Ihre aktuelle Brille noch passt, aber sie sagen absolut nichts über den Gesundheitszustand Ihres Sehnervs oder Ihrer Netzhaut aus.

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Autor:

Dr. Victor Derhartunian

Dr. Victor Derhartunian hat sein Handwerk bei den beiden Pionieren der Laserchirurgie erlernt und gehört heute zu den führenden Chirurgen Europas. Der leitende Augenarzt von EyeLaser in Zürich kann seine Patientinnen und Patienten in 5 Sprachen beraten.

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