Die Hornhaut ist das durchsichtige Fenster des Auges. Ihre oberste Schicht, das Epithel, ist rund 50 Mikrometer dünn und wächst nach jeder Verletzung innerhalb von Tagen nach. Darunter liegt das eigentliche Hornhautgewebe, das Stroma.
Klassische Oberflächenverfahren wie PRK und Trans-PRK entfernen das Epithel und formen das Stroma mit dem Excimerlaser um, der Gewebe mit ultraviolettem Licht Schicht für Schicht verdampft. EASE arbeitet anders: Der Femtosekundenlaser schickt Infrarot-Impulse durch das intakte Epithel und erzeugt im Gewebe mikroskopische Bläschen, die es entlang einer programmierten Fläche trennen. So entsteht ein Lentoid, ein dünnes, linsenförmiges Gewebestück, dessen Form Ihrer Fehlsichtigkeit entspricht.
Das Lentoid hebt der Chirurg zusammen mit dem darüberliegenden Epithel in einem Stück ab, ohne Klinge und ohne Verdampfen. Die Hornhautoberfläche hat damit ihre neue Form, das Epithel wächst innerhalb weniger Tage darüber. Es gibt keinen Flap, der verrutschen könnte, und keine Tasche in der Hornhaut, weil der ganze Eingriff an der Oberfläche stattfindet.
EASE unterscheidet sich von der Trans-PRK also darin, dass Gewebe nicht verdampft, sondern geschnitten und im Ganzen entnommen wird. Beide Verfahren sind Oberflächenverfahren ohne Flap und beide eignen sich bei dünner Hornhaut. Sie unterscheiden sich in der Physik, in der Energiemenge, die ins Gewebe geht, und in der Länge der klinischen Erfahrung: Trans-PRK seit über zehn Jahren, EASE seit 2025.


