Wann sollte die Nachuntersuchung nach dem Augenlasern stattfinden?
Aktualisiert am 27. September 2026. Erstmals veröffentlicht am 16. Juli 2021. Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Victor Derhartunian, FEBO — Spezialist für refraktive Chirurgie.
Geschafft! Sie haben den Mut aufgebracht, der Laser hat seinen Job erledigt, und wahrscheinlich stehen Sie morgens schon vor dem Spiegel und können es kaum fassen, dass Sie die Zahnpastatube ohne Brille erkennen. Ein irres Gefühl, oder? Aber ist die Sache damit erledigt? Nicht ganz. Dr. Victor Derhartunian vergleicht das Augenlasern bei uns in Zürich gerne mit einer Flugreise: „Die Landung – also die OP – war butterweich. Aber jetzt rollen wir erst gemeinsam zum Gate. Wirklich angekommen sind wir erst, wenn die Motoren aus sind und wir sicher wissen, dass alles sitzt.“ Unsere Nachuntersuchungen sind genau dafür da: Sie sind das Navigationssystem, das sicherstellt, dass Ihr Ergebnis so gut wie möglich wird.
Was erfahren Sie in diesem Text?
- Wann sehe ich den Arzt nach der OP das erste Mal wieder? Meistens schon am nächsten Morgen, denn wir wollen sofort sichergehen, dass bei Ihnen alles heil und sicher sitzt.
- Wann entscheidet sich, ob ich die volle Sehkraft habe? Der entscheidende Moment kommt nach einem Monat, wenn wir prüfen, ob wir unsere gemeinsamen Sehziele erreicht haben.
- Wie geht es weiter, wenn ich schon den Adler an der Wand erkenne? Wenn Sie bestens sehen und alles stabil ist, sehen wir uns ganz entspannt erst in einem Jahr zum Routine-Check wieder.
- Was passiert, wenn es noch nicht zu 100 % perfekt ist? Bei kleinen Abweichungen bewahren wir Ruhe und schauen uns das Ganze in drei bis vier Monaten nochmal an, um der Heilung Zeit zu geben.
- Wann würden wir nochmal nachlasern? Erst wenn die Werte nach dieser Wartezeit stabil sind, planen wir eventuell eine Nachkorrektur, um das optimale Ergebnis für Sie rauszuholen.
1. Warum Nachkontrollen unverzichtbar sind
Dr. Victor Derhartunian über den Heilungsprozess
Vielleicht denken Sie sich: „Ich sehe doch alles scharf, wozu soll ich mir den Weg in die Klinik machen?“ Dr. Derhartunian warnt davor, die Nachsorge sausen zu lassen. Ihr Auge ist schliesslich keine Maschine, sondern lebendiges Gewebe. Jeder Mensch heilt anders. „Wir müssen einfach sehen, wie Ihre Hornhaut reagiert, ob die Feuchtigkeit stimmt und ob – falls wir eine LASIK gemacht haben – der Flap richtig sitzt“, erklärt er. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist hier definitiv besser.
Das Ziel: Ein optimales Gesamtergebnis
Uns reicht „medizinisch unauffällig“ nicht. Wir wollen, dass Sie glücklich sind. Unser Ziel ist, dass das Gesamtergebnis für Sie optimal rauskommt. Und dafür müssen wir den Heilungsverlauf genau im Blick behalten, um notfalls an den kleinen Stellschrauben zu drehen.
2. Die Pflichttermine: Der erste Monat
Der Tag danach: Die erste Sicherheitskontrolle
Dieser Termin ist heilig. Meistens kommen Sie direkt am Morgen nach dem Eingriff zu uns.
Hier geht es primär um Sicherheit: Sitzt alles am rechten Fleck? Gibt es Anzeichen für eine Reizung? Meistens ist das eine Sache von wenigen Minuten. Wir schauen drauf, nicken zufrieden, und Sie gehen mit einem breiten Grinsen (und der offiziellen Erlaubnis, wieder Auto zu fahren) nach Hause.
Ein Monat später: Zielüberprüfung und Sehstärke
Etwa vier Wochen später sehen wir uns wieder. Jetzt ist die erste, wilde Heilungsphase vorbei. Wir messen Ihre Sehstärke (den Visus) ganz genau nach. Haben wir die „Null“ auf der Dioptrien-Skala geknackt? Wie sehen Sie, wenn das Licht gedimmt ist? An diesem Punkt entscheidet sich, welchen Weg wir weiter einschlagen.
3. Der langfristige Fahrplan: Zwei mögliche Wege
Szenario A: Jahreskontrolle bei guter Sicht
Im Idealfall – und das ist zum Glück bei der grossen Mehrheit unserer Patienten so – stellen wir nach einem Monat fest: Volltreffer. Sie lesen die kleinste Zeile an der Wand fehlerfrei. Dann heisst es für uns: „Geniess Ihr neues Leben!“ Wir sehen uns dann erst in einem Jahr zu einem entspannten Routine-Check wieder, einfach um sicherzugehen, dass alles so schön geblieben ist.
Szenario B: Engmaschige Kontrolle bei Abweichungen
Manchmal hat die Natur aber ihren eigenen Kopf. Vielleicht ist noch eine winzige Kurzsichtigkeit von -0,5 Dioptrien übrig. Keine Panik! Das ist kein Pfusch, sondern Biologie. In diesem Fall verabschieden wir Sie nicht für ein Jahr, sondern vereinbaren einen Termin in drei bis vier Monaten. Warum wir warten? Weil sich das Auge in dieser Zeit noch verändern kann. Wir greifen erst ein, wenn wir sicher sind, dass sich nichts mehr bewegt.
4. Umgang mit Restfehlsichtigkeiten
Wann eine Nachkorrektur sinnvoll ist
Wenn wir nach diesen drei bis vier Monaten merken: „Okay, die kleine Abweichung ist immer noch da und sie stört Sie“, dann handeln wir. Dann planen wir eine Nachkorrektur (Re-Lasik). Das gehört zu unserem Qualitätsversprechen dazu. Wir geben uns erst zufrieden, wenn Sie es auch sind.
FAQ – Häufige Fragen zu den Nachuntersuchungen
Kosten die Nachuntersuchungen extra?
Die Nachkontrollen der ersten drei Monate sind im Fixpreis inbegriffen; die anschliessende Jahreskontrolle kostet CHF 180. Wir sagen Ihnen vor der OP transparent, was der Fixpreis abdeckt, damit es keine Überraschungen gibt.
Tut die Untersuchung weh?
Nein, überhaupt nicht. Das ist wie ein ganz normaler Sehtest, den Sie vom Optiker kennen. Wir leuchten kurz mit der Lampe ins Auge und lassen Sie Zahlenreihen lesen. Kein Pieksen, keine Tropfen, keine Schmerzen.
Was ist, wenn ich einen Termin verpasse?
Der Termin am Tag danach ist Pflicht! Aber wenn Sie den Monatstermin mal um ein paar Tage schieben müssen, weil Sie im Urlaub sind: Kein Weltuntergang. Sag uns nur rechtzeitig Bescheid, damit wir Ihren Heilungsverlauf im Blick behalten können.
Kann ich die Kontrolle auch bei meinem Haus-Augenarzt machen?
Klar, wenn Sie von weiter weg anreisen, machen wir das oft so. Wir arbeiten mit vielen Augenärzten zusammen. Der Kollege schickt uns dann den Bericht, und Dr. Derhartunian schaut drüber. Sprechen Sie uns einfach darauf an, wir finden eine Lösung!