Die weiche Kontaktlinse als hohes Risiko

Autor: Dr. Victor Derhartunian 1. Mai 2021
Dr. med. univ. Victor Derhartunian

Aktualisiert am 27. September 2026. Erstmals veröffentlicht am 1. Mai 2021. Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Victor Derhartunian, FEBO — Spezialist für refraktive Chirurgie.

Die Idee der Kontaktlinse reicht 500 Jahre zurück bis zu Leonardo da Vinci. Aber auch andere Genies brachten das Konzept immer wieder auf: René Descartes und John Herschel trugen ebenfalls mit Eingebungen dazu bei, dass in den 1880er Jahren die ersten wirklichen Linsen das Licht der Welt erblickten. Wobei Herschel 1823 eine sphärische Kapsel, gefüllt mit Gallert, ins Spiel brachte, die dem Konzept heutiger Kontaktlinsen verblüffend nahe kam. Erst 1975 jedoch wurden weiche Linsen seriell hergestellt. Seitdem sind sie weltweit als Sehhilfe beliebt. Allerdings mehren sich Untersuchungen und Stimmen, die darauf hindeuten, dass weiche Kontaktlinsen schädlich sein können.

Die Versorgung der Hornhaut ist stark gefährdet

Die grosse Mehrheit der Kontaktlinsenträger benutzt weiche Linsen. Nur drei von hundert Schädigungen, die von Kontaktlinsen am Auge verursacht werden, stammen von harten Linsen. Grund genug, einmal zu eruieren, warum weiche Linsen ein hohes Risiko darstellen. Erstens: Weiche Kontaktlinsen haben einen grösseren Durchmesser, sie decken nicht nur die Hornhaut, sondern auch Teile der Bindehaut ab und sind recht unbeweglich. Das behindert den Austausch des Tränenfilms unter der Linse, über den die gefässfreie Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Nachts drin lassen? Unsinn!

Doch nicht nur die Versorgung mit nützlichen Stoffen, sondern auch die Entsorgung von Produkten des Stoffwechsels über die Tränenflüssigkeit wird durch die grösseren weichen Linsen eingeschränkt. Das alles kann zu ernsthaften Infektionen am Auge führen – und schlussendlich zu einem starken Rückgang der Sehkraft. Experten zufolge ist es unheimlich wichtig, dass die Linsen dem Auge hin und wieder entnommen werden, vor allem nachts. Zwar werben Kontaktlinsenhersteller damit, dass es völlig unproblematisch sei, die Linsen mehrere Tage am Stück ohne Unterbrechung zu tragen. Das ist allerdings blanker Unsinn. Denn nachts sind die Lider geschlossen – womit das Auge ebenfalls nicht mit dem so wichtigen Sauerstoff versorgt werden kann.

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Autor:

Dr. Victor Derhartunian

Dr. Victor Derhartunian hat sein Handwerk bei zwei Pionieren der Laserchirurgie gelernt und seither rund 25’000 refraktive Eingriffe durchgeführt. Als leitender Augenarzt von EyeLaser in Zürich berät er seine Patientinnen und Patienten in fünf Sprachen.

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